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This article was written on 22 Apr 2011, and is filled under Styling.

Adam’n’Eve

Zwischen zwei Stühlen sitzt der Sündenfall – natürlich symbolisiert der eher kantige Stuhl das Maskuline und der weich gepolsterte mit Rundungen das Feminine. Dazwischen sieht man auf einer Art Schaukel die Übergabe des Objekts der sündigen Begierde. Die Allegorie des Sündenfalls habe ich per Siebdruck auf den Stoff bekommen, es wurde von dem Ausschnitt einer historischen Federzeichnung abstrahiert und “aufgepixelt”. Das Original heißt “Der Sündenfall” und stammt von Jan Gossaert, genannt Mabuse, aus der Renaissance, ca. 1478 (Quelle: Walter Koschatzky, 1987, Die Kunst der Zeichnung, S. 116). Allerdings habe ich das Bild ein wenig bearbeitet, denn im Original küssen sich Adam und Eva beinahe, so dass ich, um die Gesichter auf je einen Stuhl zu bekommen, ein “chirurgische Trennung” herbeiführen musste. Besonders fasziniert hat mich an dieser Zeichnung die Bewegtheit, die darin steckt – von Albrecht Dürer, der ja zu gleich Zeit lebte, gibt es auch eine Darstellung des Sündenfalls als Kupferstich, dort ist es vor allem die Lichtregie des Hell-Dunkel-Kontrasts und der feinsinnig geführte Strich die in der Dürer typischen Kunstfertigkeit begeistern, Adam und Eva stehen bei Dürer zwar einander zugewandt, jedoch nebeneinander – aber bei Mabuse steckt Dynamik im Bild, da sich Adam und Eva fast wie Yin und Yang um den Apfel als Mittelpunkt winden, wobei Eva die deutlich Aktivere ist, Adam hält sich noch an einem Ast fest, sinkt aber schon zu Eva hinab … ;-)

Die Originale gibt es hier zu sehen:

Mabuse

Albrecht Dürer

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